|
Die Havelquelle. Die echte Havelquelle und die falsche Havelquelle und ein Fluß, der eigentlich nicht mehr wirklich die Havel ist. Letzte Bearbeitung 10.09.2010. Impressum. Weitere Informationen zur Havel und deren Schleusen hier und auch bei Wikipedia. |
|
Worum geht es auf dieser Seite?
Das Quellwasser konnte nicht mehr in relevanten Mengen nach Süden in das klassische Havelbett abfließen, sondern nahm den Weg von der Ostseite des Mühlensees in Richtung Ankershagen, Groß-Vielen, Penzlin, usw. Ab Penzlin wird der kleine Bach Allbach genannt, ab Mallin ist er dann das Malliner Gewässer. Unweit der Krappmühle tritt die umgelenkte Havel in die Tollense ein (für die Tollense wird allgemein der Tollensesee als Quelle angegeben, obwohl es auch hier abweichende Ansichten gibt). Der genaue Weg des Wassers nach der Damm-Zuschüttung aus dem Bornsee zur Tollense:
Genau genommen ist (war) die Havel ab dem Dieckenbruch seit der Zuschüttung des Süddammes am Mühlensee nicht mehr die Havel, denn die hatte einen neuen (numehr einzigen) Weg in Richtung Tollense und Ostsee genommen. Man kann bestenfalls darüber streiten, ob das Schichtenwasser, das aus dem Dieckenbruch sickernd, südlich vom Mühlensee austritt, "echtes" Havelwasser ist (war). Der im Mittelalter angelegte Sperrdamm schließt auf dem Sumpfgebiet des Dieckenbruchs aufliegend, sicher nicht 100 % ab. Üblicherweise definiert sich ein Flußname von der Quelle und vom Oberflächenwasserverlauf her. So gesehen, ist die Havel von der Mündung in die Elbe her betrachtet, eben nicht mehr die Havel (bis auf die paar Liter durch ein Rohr im Sperrdamm pro Minute an der neuen (symbolischen) Quelle am Südteil des Mühlendammes seit 2007). Spätestens nach dem Bau einer künstlichen sprudelnden Havelquelle im Nationalpark Müritz (2007) einige Meter südlich des Sperrdamms vom Südufer des Mühlensees, hat die Havel wieder eine wohl nur einige Liter pro Minute hergebende kleine symbolische Rohrverbindung vom Mühlensee und damit wieder eine fast-Oberflächen-Verbindung in Richtung zu ihrem eigentlichen Quellsee Bornsee. Der heutige Mühlengraben aus dem Mühlensee in Richtung Ankershagen fällt auch schon mal trocken. Die damalige Mühle (andere Quellen sprechen von zwei Mühlen) lagen ungefähr 500 Meter vom Mühlensee entfernt. Sicher nimmt auch der Mühlensee aus seiner direkten Umgebung "eigenes" Regen- und Schichtenwasser auf.
Bei der falschen Havelquelle wird auf Texttafeln zwar der Bornsee als ursprünglicher Quellsee genannt und die symbolische Anbindung angesprochen und auch der geänderte Verlauf an der ehemaligen Mühle vorbei erwähnt, aber nicht erläutert, warum man sich entschlossen hat, 2007 den falschen Ort zum Quellort erklärt zu haben. War der Diekenbruch-Ort besser für Besucher (PKW-Parkplatz) erreichbar oder Bornhof weniger für die erwartete Besucherzahl geeignet? Wasserlauf-mäßig ist die jetztige Quelle ca. 1,2 Km vom Quellsee-Südufer (Bornsee) entfernt. Ich bin der Meinung, man müßte zumindest direkt am Bornsee einen ansprechend gestalteten Hinweis anbringen, wie z.B. "Ursprünglicher Havelquell-See". Will man sich aber mit der heutigen Quelle arrangieren, sollte zumindest als Havelquelle "Dieckenbruch bei Ankershagen" angegeben werden. In Lexika und im WEB dagegen findet man nicht selten sich widersprechende Quellort-Bezeichnungen. Allerdings weist z.B. Wikipedia seit einiger Zeit auf die von mir ins WWW eingebrachte Darlegung hin. Entweder ist der Bornsee richtiger Weise der Quellsee oder aber, wenn man die künstliche Quelle anerkennt, das Dieckenbruch. Somit muß die "arme" Havel, je nach Sichtweise mit derzeit zwei Quellorten leben....... Nachtrag 08.09.2010: Zu den ersten Seen abwärts der künstlich gefaßten neuen Havelquelle gehört entgegen einigen Angaben im Internet der "kleine Dicksee (4) (Dieckensee)", der "große Diecksee (4) (Dieckensee)", die "Pieverstorfer Kunke" (4) (die eigentlich aber schon ein Teil des Dambecker Sees ist. (Vielen Dank für die Hinweise an Joachim Frank aus Dambeck und Siegmund Hecht aus Kratzeburg) Diese Namen tauchten bisher noch nicht im WWW auf. ------------------------------------------------------- Sie nutzen Google Earth? Dann können Sie sich die Datei Havel-Quellgebiet.kmz herunterladen. Diese Datei blendet in Google Earth diverse Ortsmarkierungen ein, die die echte Havelquelle, die falsche Havelquelle und den genauen Verlauf des neuen Havelabflußes (Allbach, Malliner Gewässer) in die Tollense und des alten Havelabflußes bis Fürstenberg zeigen. Wie geht das? Laden Sie die Datei runter in ein Verzeichnis Ihrer Wahl auf Ihrem Computer (das Verzeichnis dabei bitte merken). Dann starten Sie Google Earth, in der Seiten-Leiste von GoogleEarth nehmen Sie vorläufig das Anklick-Kästchen von "My Places" weg. Nun klicken oben links auf DATEI und dann ÖFFNEN, wählen das Verzeichnis auf Ihrem Rechner (wo Havel-Quellgebiet.kmz jetzt liegt) aus und klicken auf ÖFFNEN. Sie müßten nun in der Seitenleiste ein Verzeichnis "HAVEL" sehen, das Kästchen davor u.U. aktivieren. Jetzt sehen sie genau den beschrifteten Verlauf meiner Ortsmarken. Die Datei "Havel-Quellgebiet.kmz" kann keinen Schaden auf Ihrem Rechner hervorrufen. Die Beschreibung klingt komplizierter, als es dann in der Praxis ist.
Ein gewisser Trost zum Schluß: Nicht nur die Havel mußte die Verlegung oder unterschiedliche Deutung ihres Quellorts hinnehmen. Es gibt immer wieder Streit über richtige Quellorte. Beispiele:
Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen. |
Hier noch einige Photos aus dem Havel-Quellgebiet.
Landschaftlich sehr schön, ein Besuch lohnt sich allemal.
Mit dem Auto kommt man von Ankershagen südwestlich fahrend (Mühlenweg),
dicht an die neue Quelle heran.

Ein Blick auf den idyllisch gelegenen Bornsee bei Bornhof

Die falsche Havelquelle mit Blick in das Dieckenbruch und weiter in Richtung
Pieverstorf.

Die falsche Havelquelle auf (am) Sperrdamm, im Hintergrund der Mühlensee.

Aus dem kleinen Loch in der Mitte tritt wohl seit 2007 ein wenig Wasser aus
dem Mühlensee aus und bildet die "Quelle".

Badestelle, unweit der "falschen" Havelquelle am Mühlensee, der
auch vom Havelquellsee Bornsee gespeist wird.

Der Mühlensee lädt im Sommer zum Baden ein. Klares Wasser ...
---------------------------------------------------------------------------------------
Hier Umgebung des Havel-Quellgebiets als steuerbare Karte
von OpenStreetMap, wie es auch in Wikipedia eingebunden ist:

Größere
steuerbare Karte anzeigen
Der heutige Abfluß aus der Ostseite des Mühlensees und die
beiden Dieckenseen direkt
unterhalb der neuen symbolischen Quelle fehlen leider!
Die neue symbolische Quelle wird als "Beginn der Havel" bezeichnet.
(1) = Bornsee: Von mir bei Wikipedia eingeführt
(2) = Trinnensee: Von mir bei Wikipedia eingeführt
(3) Mühlensee: Leider fehlt auf der Wikipediakarte (OpenStreetMap)
der heutige Mühlenseeabluß nach Ankershagen
(4) = Dieckenseen, Pieverstorfer Kunke: Von mir bei Wikipedia
eingeführt bei "Dambecker See".
Online seit dem 16.5.2010